Am Freitag, 05. Dezember 2025, verwandelte sich der Musiksaal der Pestalozzischule in eine kleine literarische Bühne. Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen traten vier ausgewählte Kandidatinnen gegeneinander an, die sich zuvor bereits in ihren jeweiligen Klassen durchgesetzt hatten.
Die Veranstaltung wurde von Frau Dieterich und Frau Hagelstein moderiert, die das Publikum und die Kandidatinnen herzlich begrüßten, den Ablauf erklärten und noch einmal daran erinnerten, worum es im Kern geht: um die Freude am Lesen, die Kunst des Vorlesens und darum, Geschichten lebendig werden zu lassen.
In der ersten Runde präsentierten die vier Kandidatinnen einen selbstgewählten Text aus einem Jugendbuch. Es wurde deutlich, dass sich die Schülerinnen mit den ausgewählten Büchern intensiv auseinandergesetzt hatten. Alle vier bewiesen ein bemerkenswertes Gespür für Betonung, Tempo und Stimmung.
In der zweiten Runde wartete eine besondere Herausforderung. Ein Fremdtext, den die Kandidatinnen nicht kannten und daher nicht zu Hause üben konnten. Ausgewählt war ein Auszug aus dem Jugendbuchroman „Als die Welt uns gehörte“ von Liz Kessler, einem bewegenden Werk, das von Freundschaft, Verlust und Umbrüchen in einer schwierigen Zeit erzählt.
Hier zeigte sich, wie sicher die Schülerinnen im sinnerfassenden Lesen sind. Sie mussten sich den Text ad hoc erschließen, Namen und Situationen erfassen und die Gefühle der Figuren beim Vortragen transportieren. Die Kandidatinnen meisterten dies mit beachtlicher Reife.
Die Jury setzte sich aus den vier Deutschlehrerinnen der sechsten Klassen sowie unserem Schülersprecher Fabian Aschenbrenner zusammen. Bewertet wurden unter anderem die Lesetechnik, Gestaltung sowie der Umgang mit dem Fremdtext.
Schon nach der ersten Runde war klar: Das Niveau lag sehr hoch. Es zeichnete sich ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die Jury zog sich nach der zweiten Runde für die Beratung zurück, um eine Entscheidung zu treffen.
Schließlich war es so weit. Die Moderatorin bat alle vier Kandidatinnen noch einmal nach vorne. Bevor das Ergebnis verkündet wurde, betonte sie, wie beeindruckend alle vier gelesen hätten und dass jede Einzelne ein großes Talent und viel Mut bewiesen habe. Dann stand es fest: Josie Selle aus der 6a gewann den diesjährigen Vorlesewettbewerb unserer 6. Klassen. Sie wird unsere Schule nun beim Regionalentscheid auf Stadt- und Kreisebene vertreten. Doch auch die anderen drei Kandidatinnen gingen keineswegs leer aus: Sie erhielten den Jugendbuchroman „Als die Welt uns gehörte“ als Buchpreis. Die Wertschätzung im Raum war spürbar. Das Publikum applaudierte allen gleichermaßen. Ein herzliches Dankeschön geht an den Förderverein, der die Buchpreise gestiftet hat.
Ein besonders schöner Aspekt dieses Vormittags war das engagierte Publikum. Die Kandidatinnen hatten im Vorfeld auserwählte Mitschüler eingeladen, die sie begleiten sollten. Mit sichtbarer Anteilnahme drückten diese die Daumen, flüsterten vor Beginn noch ein paar aufmunternde Worte, schenkten Umarmungen oder ein aufmunterndes Lächeln.
So wurde der Wettbewerb nicht als „Gegeneinander“, sondern vor allem als gemeinsames Erlebnis erlebt, bei dem das Lesen und die Freude an Geschichten im Mittelpunkt standen.
Eines ist nach diesem Vormittag ganz klar: Lesen kann fesseln, bewegen, verbinden. Und genau das haben unsere Sechstklässlerinnen eindrucksvoll gezeigt. (Tl)