Im Deutschunterricht hat sich die Klasse 7b intensiv mit dem Tagebuch der Anne Frank beschäftigt und die Schülerinnen und Schüler haben Briefe an Anne geschrieben:
Liebe Anne,
ich habe dein Tagebuch gelesen, und es hat mich tief bewegt. Deine Gedanken, deine Hoffnungen und deine Ängste sind so lebendig, als hättest du sie erst gestern aufgeschrieben. Die Seiten, auf denen du vom Zusammenleben mit der Familie van Daan und Herrn Dussel schreibst, zeigen, wie wenig Privatsphäre du hattest.
Ich verstehe dich vollkommen. Jetzt will ich was zu deinem Tagebuch sagen: „ Kitty“, die für dich eine große Stütze ist. Du hast mit deinen Ängsten gekämpft, du hast einem Menschen gezeigt, was Emotionen sind. Deine Hausmitbewohner und Eltern übertreiben. Der Streit mit Menschen zeigt deine Emotionen, was sehr gut ist, besser als alles in dir brechen zu lassen.
Kommen wir zu heute, denn ich möchte dir sagen, dass der Krieg, den du befürchtet hast, irgendwann zu Ende ging. Wir leben in einer Zeit, in der wir hoffentlich mehr aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Ich hoffe, dass du, wo auch immer du bist, weißt, dass deine Geschichte nicht vergessen ist und dass deine Worte bis heute Menschen auf der ganzen Welt Mut machen. Bleib stark und gib niemals auf.
Deine Zilan
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Liebe Anne,
ich weiß, dass dir das Alleinsein, das Zufriedensein und auch deine Selbstbeherrschung oft nicht leichtfallen. In einer Zeit voller Angst und Unsicherheit ist das nur allzu verständlich. Ich möchte für dich da sein, dich verstehen und dich begleiten, dir zuhören, dir Mut zusprechen und dir eine beste Freundin sein.
Du bist ein wunderbares Mädchen. Und du – und auch niemand sonst auf der Welt – verdienst es, jahrelang im Krieg zu leben. Niemand sollte in ständiger Angst aufwachsen müssen. Es ist normal, dass dir das Leben manchmal schwerfällt und du nicht weißt, wie es weitergehen soll. Aber du bist damit nicht allein und ganz sicher nicht „die schlechtere Tochter“. Du bist wertvoll, genauso wie du bist.
Aus meinen eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man selbst an seinem tiefsten Punkt versuchen sollte, das Positive nicht zu verlieren, auch wenn es schwer ist.
Sich ständig mit Geschwistern zu vergleichen, macht das Herz nur noch schwerer. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg und seine individuelle innere Stärke.
Wenn man sich immer weiter in dunkle Gedanken hineinsteigert, scheint alles noch hoffnungsloser.
Doch ich möchte dir etwas mitgeben: Auch bei einer Sonnenfinsternis scheint die Sonne. Man sieht sie nur nicht.
Und genauso ist es mit Hoffnung und Licht: Manchmal sind sie verdeckt, aber sie sind trotzdem da.
Deine Lara
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Liebe Anne,
ich weiß, dass du gerade eine echt schwere Zeit hast und dass alles um dich herum sehr beängstigend ist. Aber ich möchte, dass du weißt, dass du nicht allein bist. Auch wenn es manchmal so wirkt, als würde niemand verstehen, wie du dich fühlst, gibt es Menschen, die an dich denken und glauben.
Der ständige Vergleich mit deiner Schwester ist sicherlich nicht einfach für dich, da es einfach nur nervt, wenn man die ganze Zeit mit jemand anderem verglichen wird. Dieses Problem kenne ich auch aus meinem Alltag.
Doch du bist stark und lässt dich davon nicht unterkriegen. Denk immer daran, dass du eine Person für dich bist und dass andere Personen für dich nicht relevant sind. Ich glaube, dass du dein Tagebuch als gute Stutzte verwenden kannst.
Denn das, was du in dein Tagebuch schreibst, ist etwas ganz Besonderes, denn du lässt deinen Emotionen während du deine Einträge schreibst, freien Lauf. Dass die Mitglieder des Hinterhauses dies nicht für gut heißen ist nicht dein Problem. Das Zeigen deiner Emotionen ist komplett okay, denn dies zeigt bloß, dass du ein Mensch bist. Du siehst die Welt aus deinem eigenen Blickwinkel. Du siehst auch in schlechten Zeiten immer das Gute am Ende der Krise. Das macht dich zu so einem besonderen Menschen.
Vergiss nicht: Du bist viel stärker als du denkst. Deine Träume und Hoffnungen gehören dir und du solltest sie dir von niemandem wegnehmen lassen. Auch wenn es manchmal schwerfällt zu glauben, wird der Krieg in einiger Zeit vorbei sein und die Welt ist dann wieder die alte. Du darfst die Hoffnung, die du in deinem Herzen trägst, einfach nicht aufgeben.
Gruß dein mysteriöser Freund Moritz