Politische Tage in Berlin – Klassen 10a und 10b
Vom 10.02.026 bis 13.02.2026 war die ganze zehnte Klassenstufe für eine politisch-historische Fahrt in Berlin. Alle zehnten Klassen haben viele verschiedene Orte besucht und sich hauptsächlich mit Berlin im Zusammenhang mit dem Bau und dem Leben mit der Berliner Mauer beschäftigt. Jeden Tag hatten wir mehrere Punkte auf der To-Do-Liste, aber immer ab 18 Uhr Freizeit, worüber die Schüler sich sehr gefreut haben.
Am Dienstag, den 10.02. ging es um 8:49 Uhr mit dem ICE Richtung Berlin los. Nach 5 Stunden Fahrt und entspanntem Ankommen im Hotel, das direkt am Ostbahnhof war, ging es auch schon zur ersten Aktivität, der Bernauer Straße und der Gedenkstätte der Berliner Mauer. Wir haben gelernt, warum die Mauer überhaupt gebaut wurde, nämlich weil die DDR nicht wollte, dass die Bürger in die BRD fliehen. Bis 1961 sind seit 1945 2,8 Millionen West-Bürger in die BRD geflohen, bis zum Mauerfall 1989 konnten nur noch rund 5.000 Menschen erfolgreich fliehen. Viele Menschen sind bei dem Versuch ums Leben gekommen, daran soll diese Gedenkstätte erinnern. Bis zum Mauerfall wurde auf der Seite der DDR ein sogenannter Todesstreifen errichtet und ausgebaut, der die Flucht fast unmöglich machte. Viele Menschen wurden erschossen, sind ertrunken, begingen Suizid oder hatten sonstige Unfälle bei Fluchtversuchen, die sie das Leben kosteten.
Am zweiten Tag hatten wir direkt vier Ziele, zwei Ämter und zwei weitere Gedenkstätten. In Gruppen von jeweils zwei Klassen haben wir das Bundesministerium für Verteidigung, den Tränenpalast, das Auswärtige Amt und alle zusammen zum Abschluss die Gedenkstätte Hohenschönhausen besucht. Der Tränenpalast ist eine ehemalige Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstraße in Ost-Berlin, in der DDR-Zeit Grenzübergang von Ost nach West, wo sich viele unter Tränen von Angehörigen verabschieden mussten, deshalb wurde er im Volksmund so genannt. Am Nachmittag besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit. Dort erfuhren wir, dass in der DDR politische Gefangene unter sehr harten Bedingungen inhaftiert und verhört wurden. Während der Führung gingen wir durch Zellen, Verhörräume und enge Gänge und bekamen einen Eindruck davon, wie eingeschüchtert und ausgeliefert sich die Häftlinge gefühlt haben mussten. Besonders bedrückend waren die kleinen, kargen Räume und die Schilderungen zu den Verhörmethoden. Der Besuch hat deutlich gemacht, wie wichtig Erinnerungskultur ist und warum solche Orte als Mahnung für die Zukunft erhalten bleiben müssen.
Am Donnerstag war der Teil von uns im Ministerium der Verteidigung, der am vorherigen Tag im Auswärtigen Amt war, während der Teil, der am vorherigen Tag im Ministerium der Verteidigung war in die Berliner Unterwelten gegangen ist. Die Berliner Unterwelten sind ein Verein, der verlassene Bunker und U-Bahntunnel für Führungen öffnet und Berlins Untergrundgeschichte, speziell zu dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Speziell haben wir einen alten Luftschutzbunker direkt neben der U-Bahnstation „Gesundbrunnen“ mit einer Führung besichtigt. Zudem haben wir das Holocaust-Mahnmal sowie den Reichstag besucht. Das Holocaust-Mahnmal ist deutlich beeindruckender, als wir dachten, wenn man zwischen den teils riesigen Stelen steht, denkt man nochmal ganz anders über die vielen Opfer dieser Zeit nach und der Begriff „Mahnmal“ entfaltet seine volle Wirkung. Der Reichstag war aber ganz klar der Höhepunkt des Tages. Nach einer Taschen- und Personalausweiskontrolle haben wir endlich die blauen Stühle gesehen, die wir bislang nur aus den Nachrichten kannten. Wir bekamen einen informativen Vortrag über das Haus sowie die Abläufe. Architektonisch ist interessant, dass durch die begehbare Kuppel und die vielen Spiegel darin, eine teils natürliche Ausleuchtung des Saales zu den meisten Tageszeiten ermöglicht wird. Zusätzlich haben wir in der dortigen Kantine Mittag gegessen.
Der letzte Tag, der Freitag, war schneller da, als wir gedacht hätten. Obwohl wir in den vergangenen Tagen so viel erlebt und gelernt hatten, verging die Zeit wie im Flug. Zum Abschluss stand noch der Besuch der East Side Gallery auf unserem Programm. Nach dem Check-Out machten wir uns auf den kurzen Weg dorthin, da sie ganz in der Nähe des Ostbahnhofs liegt.
Die East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer und wurde nach dem Mauerfall 1989 von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt bemalt. Beim Rundgang bestaunten wir die vielen bunten Kunstwerke und erfuhren, dass sie sowohl die Freude über die neu gewonnene Freiheit als auch die Erinnerung an die Teilung symbolisieren. Besonders beeindruckend fanden wir, dass aus einem Symbol der Trennung ein Zeichen der Hoffnung geworden ist, ein passender und bewegender Abschluss unserer Reise.
Danach traten wir die Heimreise an. Nach rund fünf Stunden Zugfahrt kamen wir wieder zu Hause an, müde, aber voller neuer Eindrücke. Die Tage in Berlin waren sehr lehrreich. Wir haben viele interessante Orte entdeckt, unser Wissen über die Geschichte erweitert und Erfahrungen gesammelt, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. (Mia, Kl. 10b)
Politische Tage in Berlin – Klassen 10c und 10d
Als wir uns am Dienstagmorgen aufgrund von Fahrplanänderungen bereits früher als gedacht am Bernhausener Bahnhof trafen, waren wir zwar noch müde, unsere Vorfreude auf Berlin war jedoch deutlich größer. Knapp sieben Stunden später kamen wir am Berliner Hauptbahnhof an. Nach einem erfolgreichen Check-in konnten wir unser Berliner Abenteuer mit dem Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer endlich beginnen. Dort erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der deutschen Teilung. Besonders die Überreste der Mauer und die tragischen Fluchtversuche werden uns lange in Erinnerung bleiben. Am Abend hatten wir zum ersten Mal die Möglichkeit, Berlin in Kleingruppen zu erkunden.
Nicht wirklich ausgeschlafen, trafen wir uns am Mittwochmorgen zum Frühstück. Beim Anblick mancher Gesichter wurden schon die ersten Spuren einer schlaflosen Nacht sichtbar. Nichtsdestotrotz besuchten wir zunächst einen historischen Ort, an der ehemaligen Innerdeutschen Grenze, den sogenannten Tränenpalast. Anschließend stand ein Besuch im Auswärtigen Amt auf dem Programm. Dort hörten wir uns einen äußerst langen Vortrag in einem sehr kleinen Raum an. Diese kuschelige Atmosphäre nutzten einige, um ihren verpassten Schlaf nachzuholen. Etwas erholter machten wir uns am Nachmittag auf den Weg in die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Dank eines ehemaligen Häftlings, der uns mit den Worten „Ich habe hier selbst sieben Monate meines Lebens verbracht“ begrüßte und uns besonders anschaulich durch das Stasi-Gefängnis führte, war dieser Besuch einer der Höhepunkte unserer Berlinfahrt. Hellwach folgten wir seinen Erzählungen und stellten viele Fragen. Nach einem erlebnisreichen, aber auch anstrengenden zweiten Tag begaben wir uns auf der Suche nach Nahrung wieder in das Berliner Abendleben.
Deutlich erschöpfter als am Vortag besuchten wir am Donnerstagmorgen das Bundesministerium für Verteidigung. In einem zweiteiligen Vortrag wurden uns die Aufgaben der Bundeswehr sowie des Ministeriums erläutert. Im Anschluss besuchten wir das Holocaust-Mahnmal, ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Nach einer stillen Atmosphäre der Trauer machten wir uns auf den Weg zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Berlins, dem Brandenburger Tor. Während unserer Mittagspause entstanden hier viele unserer Insta-Stories. Nach dem Mittagessen in der Kantine des Paul-Löbe-Hauses, in der auch die Abgeordneten essen, hörten wir uns einen langen, monotonen Vortrag im Bundestag an. Danach führten wir ein nicht immer ganz friedliches Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel (Bündnis 90/Die Grünen) aus Filderstadt. Der Besuch der Reichstagskuppel bot uns am Ende des Tages einen eindrucksvollen und weitreichenden Blick über Berlin, bevor wir alle unseren eigenen Weg gingen.
Erschöpft, erschöpfter, am erschöpftesten packten wir am Freitagmorgen schließlich unsere Koffer und machten einen letzten Abstecher an die East-Side-Gallery, wo wir die bunt bemalten Überreste der Berliner Mauer sehen konnten, ehe wir am Mittag die Heimreise antraten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die politischen Tage in Berlin sicherlich vielen von uns in schöner Erinnerung bleiben werden. Neben dem offiziellen Programm hatten wir auch genug Zeit, Berlin als lebendige Großstadt kennenzulernen. Danke an alle, die zu dieser erfolgreichen Fahrt beitragen haben. (Dimitra, Kl. 10c)





